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Autor
Leonie

Platz ist in der kleinsten Hütte - oder nicht?

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Zusammenfassung

Was hat das Thema Wohnfläche mit Einsiedlerkrebsen zu tun? Und warum genau ist Wohnen im Krebs-Style eine gute Idee?

Haupt-Inhaltsfeld

Einsiedlerkrebse suchen sich verlassene Muscheln als Behausung. Wenn sie wachsen und zu groß sind für ihr Haus, sammeln sie sich mit anderen Krebsen. Dann wird der Größe nach eine Reihe gebildet. Der größte Krebs zieht in eine größere verlassene Muschel um. Das löst eine Kettenreaktion aus und die anderen in der Reihe rücken in die nächstgrößere Behausung nach. So wird aller Raum für jeden Bedarf passend genutzt. Für alle ist Platz.

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Platz ist in der kleinsten

Einsiedlerkrebse machen also vor, wie effiziente Wohnraumnutzung gehen könnte. Hier auch ein passendes Video dazu.

Während Einsiedlerkrebse ihr Haus nur wechseln, wenn sie größer werden, gönnen sich die Deutschen auch ohne Notwendigkeit größere Behausungen. Der Bedarf an Wohnraum steigt nicht nur bundesweit, sondern auch in Freiburg. Derzeit sind es 38,3 m² Wohnfläche pro Kopf (Stand: 31.Dez.2019). Der Bundesdeutsche Durchschnitt liegt bei 46,7 m². Das liegt vermutlich daran, dass ländliche Gebiete wesentlich weniger dicht besiedelt sind und dort ein höherer Flächenverbrauch herrscht.

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baut Zukunft

Das Umweltbundesamt sagt, dass die steigenden Pro-Kopf-Zahlen daher kommen, dass Menschen immer häufiger alleine wohnen und dass die Wohnfläche mit zunehmendem Alter steigt.

Klar ist: Für jeden zusätzlichen Quadratmeter Wohnfläche braucht es mehr Energie und Ressourcen. Und wenn neu gebaut wird, kommt die Flächenversiegelung und Erschließung hinzu.

Zwar werden Gebäude und Geräte energieeffizienter, aber die durchschnittlichen CO2-Emissionen des Wohnens pro Kopf Jahr sinken trotzdem kaum. Der Gewinn durch Effizienz wird durch den steigenden Bedarf kompensiert.

Das Umweltbundesamt sagt:

Ziel muss es sein, knappe Fläche nachhaltig und umweltschonend, ökonomisch effizient und sozial gerecht mit Rücksicht auf künftige Generationen zu nutzen.

Und hier also noch drei gute Ideen, die wir uns bei den Einsiedlerkrebsen abschauen können:

  1. Wohnraum nach Bedarf nutzen. Keine Over-Size-Muschel wählen, sondern eine die gerade richtig sitzt.
  2. Bestehenden Wohnraum effizient nutzen. Die Krebse bauen sich keine neuen Muscheln, sondern nutzen so gut wie möglich das, was da ist. 
  3. Tauschen und flexibel sein. Krebse tauschen die Muscheln mit ihren Artgenossen.

 

 

Quellen:

https://www.freiburg.de/pb/207904.html

https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/wohnen

http://klimawiki.org/klimawandel/index.php/CO2-Emissionen_durch_private…

https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/wohnen/wo…

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