Art des Artikels
Bericht
Autor
Veronika

"Warum wir (in Freiburg) eine Verkehrswende brauchen"

Online-Seminar bei den Hochschultagen für Nachhaltigkeit
Zusammenfassung

Lena von Health for Future und Tobias Kurzeder von der Initiative Fuß- und Rad-Entscheid Freiburg referierten über die Auswirkungen von motorisiertem Verkehr, über die Verkehrswende in Freiburg und die Vorteile vom Fuß- und Radverkehr.

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Online-Seminar am 18. Juni 2020 im Rahmen der Hochschultage für Nachhaltigkeit

mit Tobias Kurzeder

Moderation: Lena

Hinweis: Dies ist eine Zusammenfassung auf Grundlage des aufgezeichneten Online-Seminars. Die Meinungen der Vortragenden müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Es handelt sich um eine Kurzzusammenfassung, bei der einzelne Inhalte aus den Vorträgen zugunsten der Prägnanz weggelassen wurden. Wir bitten um Hinweise, falls es dadurch zu Fehlinterpretationen kommt.

 

Lena ist bei der Initiative Health for Future Freiburg, die sich unter anderem dafür einsetzt, dass die Klimakrise im Gesundheitssektor berücksichtigt werden soll. Tobias ist bei der Initiative FR-Entscheid aktiv, sie wollen die Verkehrswende in Freiburg vorantreiben und setzten sich dafür politisch ein.

 

Mobilität betrifft uns alle. Was ist das Problem?

Der motorisierte Verkehr nimmt in Freiburg stetig zu. Statistiken zeigen, ab dem Jahr 2000 nahmen die Verkehrsemissionen in Freiburg zu. Die Folgen: Luftverschmutzung, erhöhte Unfallgefahr, Lärmbelastung, Bewegungsmangel.

Menschen, die in Städten leben sind hoher Luftverschmutzung ausgesetzt. Auch die Unfallgefahr ist ein Problem, das mit motorisiertem Verkehr einhergeht, Unfälle im Straßenverkehr kosten weltweit jährlich mehr Leben. Die Lärmbelastung ist eine weitere Folge, in Deutschland sind etwa 2 Millionen Menschen gesundheitsschädlichem Lärm ausgesetzt. Auch der Bewegungsmangel ist ein Punkt.      

Städte ohne Autos? Geht das?

Ja, das kann gehen, in Pontevedra zum Beispiel, einer Stadt in Spanien. Hier waren die Straßen oft vom Autoverkehr verstopft, nun ist der Stadtkern eine autofreie Zone, es herrscht hauptsächlich Fußverkehr.

Auch Freiburg braucht einen verkehrspolitischen Paradigmenwechsel, findet Tobias Kurzeder vom FR-Entscheid. Freiburg hat schon einiges getan, aber noch immer sind Autos zu präsent im Stadtbild. Eine Fahrradstadt sieht anders aus, findet Tobias. Um die Klimaschutzziele der Stadt, bis 2050 klimaneutral zu werden, erreichen zu können, brauche es jetzt eine Verkehrswende. Die dafür nötigen Änderungen und Verbesserungen will der FR-Entscheid durch ein Bürgerbegehren herbeiführen. Welche Forderungen gestellt werden, könnt ihr hier nachlesen.

Und mit dem Rad wird es bequemer?

Verhaltensänderungen seien anstrengend, aber doch auch lohnenswert. Lena sagt, zu Fuß oder mit dem Rad aktiv mobil zu sein bringt einige Vorteile mit sich. So sei es günstiger als mit dem Auto, und gesünder, weil durch die Bewegung Risikofaktoren reduziert werden. Außerdem sinke die Unfallgefahr. Soziale Interaktionen seien besser möglich und die Umwelt werde weniger belastet.

Durch weniger motorisierten und ruhenden Verkehr, also parkende Autos, sei mehr Platz für Erholungsräume. Dazu zählen auch Fuß- und Radwege. Wo mehr öffentlicher Raum ist, ist mehr Platz zum Leben, so Tobias. Das sei für die psychische und physische Gesundheit gut.

Könnte das gut fürs Geschäft sein?

Manche befürchten, dass den Geschäften durch weniger motorisierten Verkehr in den Innenstädten Umsatzeinbußen drohen. Tobias erzählt, dass das Gegenteil der Fall sei. Andere Beispiele zeigen, dass die Geschäfte und Gastronomie profitieren. So konnte man beispielsweise vor einigen Jahrzehnten noch mit dem Auto durch die Kaiser-Joseph-Straße in der Freiburger Innenstadt fahren. Das vermisse niemand mehr.

Was kann ich tun?

Ab Ende Juni kann man für den FR-Entscheid unterschreiben. Tobias findet es ist wichtig sich über Missstände nicht nur aufzuregen, sondern auch aktiv zu werden.

Sein Schlusswort: Engagiert euch!

 

 

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Änderungen der Redaktion am 20. Juli:

Die Verkehrsemissionen für Freiburg steigen seit dem Jahr 2000.

Die steigende Anzahl der Verkehrstoten ist bezieht sich auf die weltweiten Zahlen. In Deutschland sinkt die Anzahl der Verkehrstoten. Die Zahl verletzter und getöteter RadfahrerInnen steigt jedoch auch hier.

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