Art des Artikels
Interview
Autor
Leonie

Was braucht man, um ein Wohnprojekt zu starten?

Die Gruppe Allmende teilt ihre Erfahrungen
Zusammenfassung

Das Wohnprojekt Allmende will in Gundelfingen ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt für etwa 60 Menschen bauen. Bezahlbar, unverkäuflich und ökologisch. Allmende verrät im Interview, wie das geht und was es dafür braucht.

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[Update Nov. 2022]: Der symbolische Grundstein für das Projekt wurde gelegt. Es wurden bereit 3,5 Mio Euro Direktkredite gesammelt. Das Projekt ist nach wie vor auf der Suche nach Kreditgebenden, um eine möglichst Banken-unabhängige Finanzierung zu realisieren.

 

Diese 5 Dinge braucht es, um ein Wohnprojekt zu starten.

  1. Durchhaltevermögen

Die Ideen entstand vor etwa 3 Jahren. Es wird vermutlich noch 2-3 Jahren dauern bis die Menschen von Allmende in ihr Haus einziehen können. Es braucht Stetigkeit und Durchhaltevermögen, um diesen Prozess von Anfang bis Ende zu wuppen.

  1. Motivation

Für mich ist das Gemeinschaftsleben und die Nachhaltigkeit wichtig.“

Katharina strahlt Begeisterung aus, wenn sie vom zukünftigen Haus und Allmendes Plänen spricht. Nicht alle sprühen immer vor Energie doch am Ende des Tages ist es wichtig für die Motivation das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

„Man merkt manchmal, dass Einzelne ein bisschen ausgebrannt sind, aber andere dafür voller Motivation sind. Das wechselt sich ab, jeder hat mal ein kleines Tief, aber generell haben wir einfach alle große Lust, das Projekt zu realisieren. Und dann trifft man sich mit den Architekten und sieht dieses Haus schon als Model und will am liebsten direkt einziehen.“

  1. Einen guten Gruppenprozess

Die Gruppe trifft sich nicht nur zum Arbeiten, sondern auch zu regelmäßigen Freizeit-Treffen. Dort geht es auch ums persönliche Kennenlernen und Miteinander auskommen. Schließlich will man am Ende in guter Gemeinschaft miteinander wohnen.

  1. Zeit

Es gibt verschiedene AGs, bei denen wir mitmachen. Und es gibt Arbeitstreffen.“

Katharina arbeitet in der AG Bau, der AG Architektur und in der AG Formales mit. Sie steckt viel Zeit in das Projekt und das braucht es auch, um das Projekt umzusetzen.

  1. Geld

Allmende bekommt Fördergelder und einen Bank-Kredit. Die dritte wichtige Säule, um das Projekt zu realisieren, sind private Direkt-Kredite. Viele kleinere und größere Beiträge von Privatleuten sorgen dafür, dass Allmende ökologischen und bezahlbaren Wohnraum dauerhaft sichern kann.

Wir finanzieren uns zusätzlich über Direktkredite mit flexiblen Zinssätzen, die wir solange die Bankkredite laufen, nicht laufend abzahlen, sondern die wiederum von neuen Direktkrediten abgelöst werden. Für uns haben Direktkredite den Vorteil, dass wir weniger laufende Kosten haben und somit günstigen Wohnraum realisieren können und die Direktkreditgeber können ihr Geld in ein regionales Projekt investieren, dessen Fortschritt sie konstant beobachten können.“

-> Hier könnt ihr euch noch weiter zu den Direktkrediten informieren.

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Kontakt zu Allmende:

www.wohnprojekt-allmende.de

direktkredite [at] wohnprojekt-allmende.de (direktkredite[at]wohnprojekt-allmende[dot]de)

Tel: 0761 8879 2690

 

 

Und wer noch mehr über Allmende erfahren will: Hier das gesamte Interview, das Leonie von StadtWandler mit Katharina Jahnke von Allmende im August 2020 geführt hat.

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Katharina Jahnke von Allmende

Katharina, kannst du kurz beschreiben wer ihr seid und was ihr genau vorhabt?

Wir sind eine Gruppe aus acht Parteien, mit einigen Erwachsene und ungefähr zehn Kindern. Wir wollen ein Mehrgenerationen Wohnprojekt zusammen mit dem Mietshäuser Syndikat realisieren. Es gibt einen Schlüssel, wie viele Menschen von jeder Altersgruppe dabei sein sollten. Wir wollen nachhaltig bauen und viele ökologische Punkte miteinbeziehen. Also beispielsweise geringer Wohnraum pro Kopf. Bei uns sind das weniger als 30 Quadratmeter pro Kopf, was ziemlich wenig ist. Außerdem haben wir ein ganzes Mobilitätskonzept mit Carsharing und Fahrrad und Verkehrsanbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr.

 

Und wie bist du zu Allmende gekommen? Also, wie hast du das Projekt gefunden oder das Projekt dich?

Ich habe nach "Wohnprojekten" gegoogelt (lacht). Dann habe ich nach Mietshäuser Syndikats-Projekten gefiltert und bin auf die „Gewo“ Seite gekommen, also gemeinschaftliches Wohnen. Und da war das Projekt und hat Mitglieder gesucht. Ich habe sie direkt angeschrieben. Dann muss man erstmal einen Fragebogen ausfüllen. Anschließend gibt es ein Telefonat und dann eine dreimonatige Probezeit, nach deren Ablauf man übernommen wird. Jetzt sind wir seit Anfang des Jahres dabei.

 

In welcher Rolle machst du im Projekt mit?

Also wir müssen alle immer sehr aktiv sein. Es gibt verschiedene AGs, bei denen wir mitmachen. Und es gibt Arbeitstreffen. Wir haben ein ganzes Wochenende im Monat, mit einem Tag Freizeittreffen und einen Tag Arbeitstreffen, wo wir ein paar Stunden am Stück zusammen sind. Dann gibt es noch ein festes Arbeitstreffen an einem Abend im Monat. Außerdem arbeite ich in der AG Bau, der AG Architektur und in der AG Formales mit. Die AG Bau kümmert sich um die ganze Technik, die hinter dem Hausbau steckt, die AG Architektur um die architektonischen Fragen und in der AG Formales geht es um die ganzen Formalien wie z.B. die GmbH-Gründung oder die Prüfung von Rechnungen.

 

Wenn du da so viel deiner Freizeit reinsteckst, was ist deine persönliche Motivation mitzumachen?

Ziemlich viel. Zum einen finde ich es ziemlich cool, dass man mit so vielen Menschen zusammenwohnt, die gleich denken und die eben auch diesen ökologischen Lebensaspekt dabeihaben. Und, dass man da als Gemeinschaft zusammen wohnt mit verschiedenen Altersgruppen, dass man sich gegenseitig helfen kann. Wir haben wenig individuellen Wohnraum aber viel Gemeinschaftsfläche, wo dann das Gemeinschaftsleben stattfinden kann. Auch das Mobilitätskonzept finde ich sehr gut, weil wir auch selbst kein Auto haben. Deshalb war mir wichtig, dass ich mit dem Fahrrad überall hinkommen kann, und das geht in Gundelfingen. Das war mir auch bei der Auswahl des Projekts wichtig. Wenn das Projekt im Schwarzwald gewesen wäre, dann hätten wir ein Auto gebraucht. Und es steht noch im Raum, ob wir eine Foodcoop integrieren. Ja, für mich ist das Gemeinschaftsleben und die Nachhaltigkeit wichtig.

 

Wie erlebst du die Anfangsphase des Projekts?

Die ganze anfängliche Phase haben wir nicht mitbekommen. Das Projekt besteht schon seit vier Jahren und wir sind jetzt erst dabei. Aber nun geht's hier sozusagen ans Eingemachte. Jetzt, wo wir wirklich das Grundstück haben. Es ist sehr interessant, man lernt unglaublich viel. Es ist auch unglaublich viel Arbeit, es gehen viele Abende drauf. Aber es ist auch schön mit der Gruppe. Ich sitze manchmal abends da und denke "oh, jetzt noch arbeiten?!". Aber dann sitzt man in der Gruppe zusammen und dann macht es halt auch Spaß. Man merkt manchmal, dass Einzelne ein bisschen ausgebrannt sind, aber andere dafür voller Motivation sind. Das wechselt sich ab, jeder hat mal ein kleines Tief, aber generell haben wir einfach alle große Lust, das Projekt zu realisieren. Und dann trifft man sich mit den Architekten und sieht dieses Haus schon als Model und will am liebsten direkt einziehen.

 

Aus deinen Erfahrungen der letzten Monate, was glaubst du ist wichtig, wenn man so ein Wohnprojekt starten will?

Auf jeden Fall Durchhaltevermögen und Motivation. Man darf das Soziale nicht aus den Augen verlieren. Es ist wichtig, dass man den Gruppenprozess auch im Auge hat. Und viel Zeit.

 

Wie hat sich die Gruppe von Allmende am Anfang zusammengefunden? Und wieso heißt das Projekt Allmende?

Allmende heißt es, weil wir so viel Gemeinschaft haben. Das Wort „Allmende“ heißt „Gemeingut“, das spielte bei der Namensfindung eine Rolle. Soweit ich weiß ist Allmende eine Absplitterung von einer anderen Gruppe, bei der das mit den Kindern nicht so gut gepasst hatte. Aber die Kinder sind bei uns einfach auch ein essenzieller Teil des Projekts. Und wir wollen wirklich von klein bis ganz groß alle dabeihaben.

 

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Kannst du nochmal die wichtigsten Ziele des Wohnprojekts aufzählen?

Das sind: Gemeinschaft, Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeit auch in Bezug auf Mobilität, Mehrgenerationen, sozial und selbstverwaltet. Und auch Zusammenhalt, dass man sich gegenseitig hilft.

 

Gibt es noch andere Dimensionen von Nachhaltigkeit, die bei euch eine Rolle spielen?

Also einmal im Bau und auch bei der Miete. Wie wollen ja - wie das beim Mietshäuser Syndikat so ist - Wohnraum vom Markt nehmen und günstigen Mietwohnraum erschaffen, der dann auch so bestehen bleibt. .Wir planen alles mit Holz zu bauen außer die Tiefgarage und den Keller. Da müssen wir noch schauen, wie das mit dem Trittschall und den Decken sowie den Kosten ist, vielleicht werden wir dann auf Holz-Hybrid umschwenken. Die Mieten sollen bezahlbar bleiben. Wir versuchen ein Gleichgewicht zwischen bezahlbaren Mieten und nachhaltigen Bauen hinzubekommen.

 

Und wie macht ihr das mit der Dämmung? In Sexau wurden zum Beispiel mit Stroh-Lehm-Bauweise mehrstöckige Wohngebäude gebaut.

Ich bin noch nicht so lange bei der AG Bau, deswegen weiß ich das nicht. Ich glaube, so weit sind wir noch nicht. Für die Architekten war es jetzt wichtig, zu wissen ob mit Beton oder mit Holz gebaut wird. Ich glaube die Entscheidung über die Dämmung kommt dann noch, das hängt ja auch davon ab, mit welchen Materialien wir bauen. Bei einem so großen Mehrfamilienhaus ist das mit dem Brandschutz bei Stroh-Lehm-Bauweise noch so eine Sache.

 

Wie habt ihr die Energieversorgung angedacht? Wollt ihr ein Passivhaus bauen?

Wir orientieren uns am Baustandard für Passivhäuser, geplant ist KfW 40+. Es sind Solarpanele angedacht. Aber wie wir die Energieversorgung im Detail machen, das steht noch offen. Es gibt immer so viele Sachen zu entscheiden, dass wir immer das machen, was wirklich jetzt gemacht werden muss und der Rest kommt dann. Für mich ist es logisch, dass wir versuchen, den Strom so nachhaltig wie möglich zu generieren und deswegen auch Solarmodule haben.

 

Euch ist wichtig, dass ihr wenig Flächenverbrauch habt. Das spielt auch eine große Rolle in der Ökobilanz, oder?

Genau. Wir orientieren uns bei der Wohnungsgröße am Standard für geförderte Wohnungen. Das sind dann schon relativ kleine Wohnungen. Und dann ziehen wir von der Fläche noch 15 bis 20 Prozent für die Gemeinschaftsräume ab. Das heißt, wir haben recht kleine Wohnungen und viel Gemeinschaftsfläche, die wir alle zusammen nutzen.

Es ist vorgesehen, dass die Menschen im Projekt auch Wohnungen wechseln. Dass man z.B. in eine kleinere Wohnung zieht, wenn die Kinder ausgezogen sind. Außerdem wird auch Wohnraum für WGs und Wohnungslose freigehalten.

 

Also werden das funktionale Räume, die man sich teilt, wie zum Beispiel eine Werkstatt?

Ja, genau. Wir haben zum Beispiel einen großen Gemeinschaftsraum und einen kleinen ruhigen Gemeinschaftsraum, wo man sich hinsetzen kann, wenn man ein bisschen Ruhe haben möchte. Außerdem soll es geteilte Büros, einen Bewegungsraum und Gästezimmer geben. Also all das, was man gerne hat, aber nur einmal die Woche oder jeden Tag eine Stunde nutzt, was man eigentlich nicht konstant braucht. Das teilen wir uns.

 

Was soll noch bei euch entstehen, über den privaten Wohnraum hinaus?

Die Idee der Foodcoop steht noch im Raum. Wir planen auch einen Veranstaltungssaal, der dann auch für das Quartier zur Verfügung stehen soll, wo wir die Nachbarschaft zusammenbringen und Quartiersarbeit machen können.

 

Oft ist es so, dass bezahlbarer unverkäuflicher Wohnraum gegen ökologischen Wohnraum ausgespielt wird, auch politisch. Aber ihr macht ja doch irgendwie beides. Was glaubst du, wieso das bei euch geht?

Wenn ein Investor baut, dann möchte der auch noch Gewinn machen. Und wir müssen im Prinzip nur die Kredite von der Bank bedienend und sind nicht gewinnorientiert. Wir finanzieren uns zusätzlich über Direktkredite mit flexiblen Zinssätzen, die wir solange die Bankkredite laufen, nicht laufend abzahlen, sondern die wiederum von neuen Direktkrediten abgelöst werden. Für uns haben Direktkredite den Vorteil, dass wir weniger laufende Kosten haben und somit günstigen Wohnraum realisieren können und die Direktkreditgeber können ihr Geld in ein regionales Projekt investieren, dessen Fortschritt sie konstant beobachten können. Ich kann mir prinzipiell nicht vorstellen, warum es immer teurer sein muss, wenn man nachhaltig lebt. Also ich finde, meistens ist es sogar günstiger. Deswegen finde ich die Frage schwer zu beantworten. Wir schauen darauf, dass wir kostengünstig bauen, wenn nicht mit Holz, dann mit Holz-Hybrid. Die Mietpreise werden ungefähr so sein wie jetzt üblich, aber auch nicht steigen. Es ist für mich immer ein schwammiges Argument, dass man nicht nachhaltig bauen kann, weil es zu teuer ist. Damit verlagert man die Kosten ja nur.

 

Zur Finanzierung eures Projekts gibt es eine Säule von der Bank und eine zweite Säule, das sind die Direktkredite. Kommt da noch was dazu?

Ja genau, und es kommt dann noch Förderung dazu.

 

Und was sind eure nächsten Schritte, wie geht es jetzt weiter?

Wir haben jetzt die Zusage für das Grundstück und sammeln jetzt Direktkredite, um das Grundstück zu kaufen. Die Architekten und Statiker stehen in den Startlöchern und planen schon. Das heißt, sobald wir alle Direktkredite zusammen haben, kaufen wir das Grundstück und dann geht es los mit bauen.

 

Und wie viel Direktkredit braucht ihr?

Das sind etwa 2 Millionen.

 

Jetzt noch einen Blick in die Glaskugel. Wenn du dir vorstellst, zehn Jahre sind vorüber, wie wünschst du dir, dass es dann aussieht?

Dann sind meine Kinder elf und dreizehn Jahre alt. Ich stelle mir vor, wenn ich in zehn Jahren nach Hause komme, ziehe ich meine Schuhe in der Schuh-Schleuse unten aus. Das heißt: "Tür auf und man ist zu Hause", weil nicht nur die Wohnung, sondern das ganze Haus das "zu Hause" ist. Dann kann man in Pantoffeln durchs ganze Haus und in die Gemeinschaftsräume gehen und trifft Menschen. Man hat die Wohnung als Rückzugsort, wenn man einen anstrengenden Tag hat und lieber alleine sein möchte. Wir kochen abends zusammen. Wenn man mehrere Jahre zusammen geplant und gearbeitet hat und gemeinsam viele Höhen und Tiefen durchgestanden hat, ist man sehr zusammengewachsen. Ich stelle mir vor, dass man einfach zu den Nachbarn gehen und klingeln kann oder man trifft sich schon draußen auf dem Flur und unterhält sich. Ich freue mich sehr darauf!

 

Ich finde es spannend, dass du dir den Bereich Bauen und Wohnen ausgesucht hast, wo du so viel Energie reinsteckst, um dein Leben nachhaltiger zu machen. Warum hast du dir diesen Bereich ausgesucht?

So wie wir momentan wohnen, fühle ich mich nicht sehr wohl. Wir wohnen in einem Altbau im dritten Stock, mitten in der Stadt. Mit Nachbarn, die in der Wohnung bleiben, bis wir vorbeigelaufen sind und wenn sie mal was sagen, dann motzen sie uns an. Für uns war klar, dass wir da raus müssen. Ich bin es von Kind auf gewohnt, einfach zu den Nachbarn zu gehen oder einfach raus zu gehen und gemeinsam zu spielen. Da war sehr viel Kommunikation und Zusammenleben und kein "mein Gott, bleib weg! Und überhaupt wieso hast du Kinder?" Und deswegen war es für uns wichtig, dass wir da rauskommen. Und ich finde den Gedanken vom Mietshäuser Syndikat einfach gut. Das der Wohnraum vom Markt genommen wird und damit nicht mehr spekuliert werden kann und die Mieten gleich bleiben für die nächsten 100 Jahre. Wir haben Allmende gesehen und gedacht, „das klingt sehr interessant, die schreiben wir mal an“. Es war mehr eine private Entscheidung und das Andere, das passte einfach auch. Es ist mir auch wichtig, mit Menschen zusammenzuleben, die nachhaltig leben und dort ähnlich denken wie wir. Eine schöne Nachbarschaft und Gemeinschaft gehen für mich einher mit ökologischem und nachhaltigem Leben. Ich würde mich auch nicht wohlfühlen in einer Nachbarschaft, wo jeder mit seinem SUV vor die Tür fährt. Nachhaltig zu leben ist für mich so eine Selbstverständlichkeit in meiner Freiburger Blase, mir fällt immer nur auf, wenn es jemand nicht macht. Warum sollte man es nicht tun?

 

Was machst Du darüber hinaus noch, um deinen Alltag nachhaltiger zu gestalten?

Also wir kaufen fast nur Bio ein, vom Markt, regional, fast nur saisonal. Wir fahren kein Auto, sondern fahren alles mit dem Fahrrad. Wir haben einen sehr geringen Plastik- und Restmüllverbrauch. Wir wickeln nur mit Stoffwindeln. Durch Corona ist es ein bisschen schwieriger geworden, wenn man Essen kauft und nicht mehr mit den eigenen Boxen kommen kann. Aber wir kaufen alles was geht unverpackt.

 

Was ist dir noch wichtig über das Wohnprojekt zu sagen?

Uns ist es einfach wichtig, dass wir offen sind. Und auch das unser Projekt vorangeht und wir jetzt dieses Grundstück haben. Das freut uns wirklich. Als das mit Corona losging, dachten wir auch "Ohje, finden wir jetzt überhaupt Direktkredite?" Wir konnten ja nicht mehr auf die Märkte gehen, um zu werben. Da waren wir eine Woche lang total niedergeschlagen. Und dann kam eine Mail "Hey, braucht ihr noch einen Direktkredit?" Und dabei hatten wir noch gar nicht angefangen zu werben! Also über jeden Direktkredit, den wir bekommen und der uns unserem Ziel dieses Grundstück zu kaufen ein bisschen näherbringt, freuen wir uns sehr.

 

Zuletzt geändert
06.12.23, 23:57