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Leonie

XR wirft badenova Greenwashing vor und macht Aktionen

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Zusammenfassung

Extinction Rebellion wirft badenova Greenwashing vor: Nur die Fassade sei öko, das Kerngeschäft dagegen Erdgas und ein Ausstiegs-Szenario nicht in Sicht. In direkten Aktionen soll das Thema fokussiert werden.

Haupt-Inhaltsfeld

Extinction Rebellion fordert badenova auf, aus Erdgaswirtschaft auszusteigen

Der Freiburger Energieversorger badenova verfolge immer noch eines seiner Kerngeschäftsfelder Erdgas und hätte die längst überfällige Energiewende verschleppt und verschleiert, so die Vorwürfe von Extinction Rebellion Freiburg. Die Stadt Freiburg sei mitverantwortlich als Anteilseigner des Energieanbieters. Deshalb protestierten Aktivitis am Mittwoch, den 23.03.22, mit einem Transpi vorm Rathaus im Stühlinger und vor der Betriebszentrale der badenova in Freiburg Nord.

Die Forderungen von Extinction Rebellion:

  1. Wir bitten um Stellungnahme zu den Verschleierungen der Tatsachen und den Diskrepanzen zwischen Website und Geschäftsbericht 2020
  2. Wir bitten um eine Aussage zum Wann und Wie des Erdgasaustiegs, der insbesondere angesichts der aktuellen Lage noch beschleunigt werden muss, gerade da 50% des bezogenen Erdgases aus Russland stammen (laut vorläufigen Firmenangaben).
  3. Wir bitten um eine Aussage zum Wann und Wie eines echten Ausbaus der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien, v.a. Wind und Solar in der Region, so dass die Energie-, aber insbesondere auch die Wärmewende erreicht wird.

Mehr Informationen bei Radio Dreyeckland, Baden TV Süd, Badische Zeitung und Extinction Rebellion.

Pressemitteilung Extinction Rebellion vom 20.04.22

Badenova gibt im Greenwashing richtig (Erd-)Gas!
Fossile Brennstoffe befeuern den Krieg und der Krieg befeuert die Klimakrise. Auch Gas wirkt hier als Brandbeschleuniger. Der Freiburger Energieversorger Badenova verfolgt immer noch eines seiner Kerngeschäftsfelder Erdgas und hat die längst überfällige Energiewende verschleppt und verschleiert. Die Stadt Freiburg als Anteilseignerin, mit OB Horn als Aufsichtratsvorsitzendem, trägt eine Mitverantwortung daran, dass die Ausrichtung von Badenova und anderen städtischen Infrastrukturmaßnahmen immer noch in Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen geplant wird. Bürger:innen und Kund:innen werden in der Greenwash City weiterhin an der Nase herumgeführt, mit Slogans wie „Photovoltaik for Future“ und „Ihr Wechsel zu grünem Erdgas bewegt etwas“.

Daher hat am Mittwoch den 23.03.2022 die Freiburger Ortsgruppe Extinction Rebellion aus gegebenem Anlass auf die Dringlichkeit zum Handeln aufmerksam gemacht. Vergleichbare Aktionen fanden bereits in anderen Städten in Deutschland statt [1]. Ein Banner hing seit dem
frühen Morgen von den Bäumen vor dem Stühlinger Rathaus. Mehrere Aktivist:innen forderten mit einem weiteren Banner vor der Konzernzentrale der Badenova in Freiburg Nord zur Feierabendzeit das Unternehmen und den Aufsichtsratsvorsitzenden OB Horn auf, öffentlich Stellung zu nehmen und einen glaubwürdigen Ausstieg aus dem Erdgas
sowie einen konkreten Plan für den Ausbau der regionalen erneuerbaren Energien innerhalb der nächsten Woche darzustellen. Ohne zufriedenstellende Aussagen werden Aktionen zivilen Ungehorsams folgen.
"Bis vor kurzem habe ich noch Badenova's Ökostrom-Floskeln vertraut. Und dann habe ich erfahren, was wirklich dahinter steckt. Daher werden wir in unserer WG nun den Anbieter wechseln. Damit auch weitere Freiburger:innen dieses komplexe Thema durchdringen, stehe ich heute hier vor der Firmenzentrale der Badenova, um das Greenwashing zu entlarven", erklärt Line (Freiburger Studentin, 22 Jahre).
"Seit 20 Jahren kämpfe ich für Klimagerechtigkeit und arbeite in der Erneuerbaren Energien Branche. Die Wissenschaft fordert seit Jahrzehnten eine echte Wende und die Industrie hat bewiesen, dass sie in der Lage ist dies erreichen zu können. Erst kürzlich hat der Weltklimarat bestätigt, dass die in Paris 2015 zugesicherte Begrenzung des globalen
Temperaturanstieges auf 1.5 Grad nicht mehr eingehalten werden kann [2]. Was brauchen wir noch, dass die notwendigen Schritte in eine nachhaltige, gerechte, solidarische Zukunft für alle eingeleitet werden? Es ist unfassbar traurig, dass es offenbar einen Krieg braucht, um endlich ein Umdenken bei den politisch Verantwortlichen und der Wirtschaft zu bewirken.", bedauert Ragna Schmidt-Haupt, eine der Pressesprecherinnen (44 Jahre).
Im Folgenden eine Gegenüberstellung der Aussagen auf der Badenova Website und dem aktuellen Geschäftsbricht 2020 (GB) [3]:
1) Hauptslogan der Website: "badenova: Ihr Energieversorger für Ökostrom und Biogas"

  • Biogas? Nein, Erdgas. In 2020 lag der Umsatzanteil der Erdgas-Sparte bei 34 %. Demgegenüber standen verschwindend geringe 0.2 % aus dem Biogas/-masse- Geschäft, das damit im "Gasmix" der Badenova effektiv irrelevant ist. [Geschäftsbericht 2020, S. 53]
  • Auch bei den Investitionen war die Diskrepanz in 2020 erschreckend. Während in Erdgas 38.1 Mio € investiert wurden, flossen lediglich 0.2 Mio € in Biogas/-masse. [GB, S. 55]

2) "Ökostrom ist kein Alibi", GB S 32

  • Ist es doch. Denn der breit beworbene Grünstromanteil von 100% gilt ausschließlich für den Privatkunden-Bereich. Dabei setzt die Badenova mehr als 3/4 ihres Stroms an Geschäfts- und Industriekunden ab, die mit dem Strom aus dem "Bundesmix, in der Branche „Graustrom“ genannt, in dem sich virtuell auch Kohlestrom und Atomstrom verbergen" versorgt werden. [GB, S. 32, 49]
  • Und auch beim Ökostrom blinkt der Greenwashing-Alarm rot: Zertifizierter Ökostrom ist lange kein echter Ökostrom! Während Badenova's Gesamtstromabsatz sich in 2020 auf rund 3000 GWh belief, stammen lediglich kleckerliche 93 GWh (also 3%) aus eigener regenerativer Stromerzeugung !! [GB, S. 32, 49]

3) Badenova belohnt und vermarktet immer noch aktiv Erdgas

  • Haarsträubender geht es nicht. Doch. Auf der Website steht: "Innerhalb des Netzgebiets der bnNetze profitieren Sie zudem von einer Förderung von bis zu 1.305 € pro neuem Erdgasanschluss."

Im Folgenden die Aufforderung der Ortsgruppe Freiburg von Extinction Rebellion an die Badenova und ihren Aufsichtsratsvorsitzenden OB Horn zur Stellungnahme :

  1. Wir bitten um Stellungnahme zu den Verschleierungen der Tatsachen und den Diskrepanzen zwischen Website und Geschäftsbericht 2020
  2. Wir bitten um eine Aussage zum Wann und Wie des Erdgasaustiegs, der insbesondere angesichts der aktuellen Lage noch beschleunigt werden muss, gerade da 50% des bezogenen Erdgases aus Russland stammen (laut vorläufigen Firmenangaben).
  3. Wir bitten um eine Aussage zum Wann und Wie eines echten Ausbaus der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien, v.a. Wind und Solar in der Region, so dass die Energie-, aber insbesondere auch die Wärmewende erreicht wird.

Wie auch Extinction Rebellion Deutschland fordern wir aus der Ortsgruppe Freiburg, die Abhängigkeit von undemokratischen Staaten durch den Import von Gas zu beenden und
vollständig auf erneuerbare Energien umzusteigen, um Frieden langfristig zu sichern und die Klimakrise zu begrenzen. Wir fordern, Schulter an Schulter mit anderen Klimagerechtigkeitsbewegungen wie Ende Gelände, “Wärmepumpen statt Waffen”. Wir fordern massive Investitionen in den Schutz und die Renaturierung von Ökosystemen, um den Biodiversitätskollaps zu verhindern. Wir fordern eine Agrarwende hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft ohne Massentierhaltung, um Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten und damit künftigen Krisen vorzubeugen. Wir fordern, die Maßnahmen für diesen tief greifenden Wandel mittels Bürger:innenversammlungen unter direkter Beteiligung
der Bevölkerung auszuarbeiten. Wir fordern, in globaler Solidarität und in Verantwortung unserer kolonialen Geschichte, die unseren jetzigen CO2 intensiven Lebensstandard erst ermöglicht hat, Sofortprogramme zur Unterstützung derjenigen Länder aufzusetzen, die am meisten unter der Klimaveränderung zu leiden haben. Wir fordern massive Investitionen, um
die schwächsten der menschlichen Gesellschaft vor den unvermeidlichen Folgen der Klimakrise zu schützen. Hier in Freiburg und Weltweit.

Links
[1] Vergleichbare Aktion von XR Berlin hierzu im März 2022
https://extinctionrebellion.de/blog/fossile-brennstoffe-befeuern-den-kr…
[2] Aktueller Bericht des IPCC im Februar 2022
https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/resources/press/press-release/
[3] Aktueller Geschäftsbericht Badenova 2020
https://www.badenova.de/downloads/unternehmen/aktuelles-presse/publikat…-
finanzbericht/geschaeftsbereicht-2020.pdf und Badenova Website: www.badenova.de

 

Extinction Rebellion erhöht Druck auf Aufsichtsratsvorsitzenden OB Horn

Laut Extinction Rebellion hat badenova als Reaktion auf den 23.03. ein Gespräch angeboten. Die Aktivistis waren jedoch nicht damit einverstanden, dass das Gespräch hinter verschlossenen Türen und ohne Aufsichtsratsvorsitzenden Martin Horn stattfinden sollte. Deshalb legten die Aktivistis mit einer Aktion am Montag, den 11.04.22, nach. Aktivistis Mit Masken von Wladimir Putin, Herrn Aufsichtsratsvorsitzenden OB Horn und mit dem badenova-Logo verbrannten auf dem Rathausplatz eine Pappmaché-Erde. Das Ziel der Aktion war es, den Druck auf OB Martin Horn zu erhöhen. Die Forderungen bleiben bestehen.

Mehr Infos bei Extinction Rebellion, youtube-Video, Baden fm, Baden TV Süd.

Pressemitteilung Extinction Rebellion vom 08.04.22

Erdgas befeuert die Klimakrise! Und Erdgas befeuert den Krieg!

Am Montag den 11.4.2022 16 Uhr werden Putin, OB Horn und die badenova gemeinsam auf dem Rathausplatz die Erde mit Erdgas befeuern und verbrennen.

Aktivist:innen von Extinction Rebellion Freiburg werden mit Masken von Wladimir Putin, Herrn Aufsichtsratsvorsitzenden OB Horn und mit dem badenova-Logo eine 70cm große Pappmaché-Erde lichterloh vor dem Alten Rathaus verbrennen.

Die Aktion richtete sich dieses Mal vor allem an den badenova Aufsichtratsvorsitzenden Herrn OB Horn, der eine schwerwiegende Mitverantwortung daran trägt, dass die Ausrichtung von badenova und anderen städtischen Infrastrukturmaßnahmen immer noch in Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen geplant wird. In einer vor 2 Wochen gestarteten Aktionskampagne macht Extinction Rebellion (XR) darauf aufmerksam, dass Herr OB Horn und badenova die längst überfällige Energiewende verschleppt und verschleiert haben. Freiburger Bürgern:innen sind daher immer noch von Gaslieferungen aus Russland und anderen nicht-demokratischen, kriegstreiberischen Ländern abhängig.

"Bis vor kurzem habe ich noch badenova's Ökostrom-Floskeln vertraut. Und dann habe ich erfahren, was wirklich dahinter steckt. Daher werden wir in unserer WG nun den Anbieter wechseln. Damit auch weitere Freiburger:innen dieses komplexe Thema durchdringen, stehe ich heute hier vor dem Freiburger Rathaus, dem Sitz des Aufsichtsratsvorsitzenden der badenova, um das Greenwashing zu entlarven", erklärt Line (Freiburger Studentin, 24 Jahre).

"Was brauchen wir noch, dass die notwendigen Schritte in eine nachhaltige, gerechte, solidarische Zukunft für alle eingeleitet werden? Es ist unfassbar traurig, dass scheinbar nicht einmal dieser fürchterliche Krieg ausreicht, um ein Umdenken bei den politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen zu bewirken", bedauert Ragna Schmidt-Haupt, eine der Pressesprecherinnen (44 Jahre).

Dem für Montag geplanten Verbrennen der Erde vorausgegangen waren Aktionen zivilen Ungehorsams vor dem technischen Rathaus und der badenova Firmenzentrale, die die Herren aufforderten, öffentlich Stellung zu badenovas Greenwashing zu beziehen und einen glaubwürdigen Ausstieg aus Erdgas sowie einen konkreten Plan für den Ausbau der regionalen erneuerbaren Energien innerhalb einer Woche darzustellen [1-3]. Dies ist dringend nötig, um den Frieden langfristig zu sichern und die Klimakrise zu begrenzen, hier in Freiburg und weltweit!

Die badenova hat XR zwar letzte Woche ein Gesprächsangebot mit den Vorständen angeboten, allerdings hinter verschlossenen Türen und ohne Herrn Aufsichtsratsvorsitzenden OB Horn. Dieser halbherzige Schritt belegt wieder einmal wie die nötige Transparenz und die dringende Eile in diesem Thema systematisch verweigert werden.

XR hatte ein 60 minütiges, von Pressemitgliedern moderiertes, öffentliches Gespräch zu folgenden drei Themenblöcken gefordert [4]:

  1. Stellungnahme bzgl. Greenwashing: Stellungnahme zu den Verschleierungen der Tatsachen und den Diskrepanzen zwischen Website und Geschäftsbericht 2020 (s. Pressemitteilung vom 20.3.2022 und Website XR Freiburg).

  2. Glaubwürdiger Erdgasausstieg: Aussage zum Wann und Wie des Erdgasaustiegs, der bei aktuell noch ca. 55% russischem Erdgasbezug zwingend notwendig ist.

  3. Konkrete Ausbaupläne für regionale erneuerbare Energien: Aussage zum Wann und Wie eines echten Ausbaus der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien, v.a. Wind und Solar in der Region, so dass die Energie-, aber insbesondere auch die Wärmewende nicht weiter mit Füßen getreten werden.

Die 1-wöchige Frist ist abgelaufen. Ohne zufriedenstellende Aussagen in der Öffentlichkeit werden weitere Aktionen des zivilen Ungehorsams folgen.

 


 

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Fotos von Extinction Rebellion

Zuletzt geändert
22.04.22, 22:25