Braucht es ein Lieferkettengesetz?

Flyer Lieferkettengesetz
Zusammenfassung

Eine Podiumsdiskussion zur Frage "Braucht es ein Lieferkettengesetz?" mit Johannes Fechner , MdB der SPD; Uwe Kleinert , Werkstatt Ökonomie e.V.; Stephan Wilcken , Südwestmetall Freiburg

Ausführliche Beschreibung

Der mangelhafte Brandschutz in einer KiK-Zulieferfabrik in Pakistan führt zum Tod von 258 Menschen. Vor einer Platin-Mine in Südafrika werden 34 streikende Arbeiter erschossen und BASF macht mit dem Betreiber der Mine weiterhin gute Geschäfte.
Erinnert sich noch jemand an die Schlammflutkatastrophe Ende Januar 2019 in einem brasilianischen Erzbergwerk? Damals war ein vom TÜV Süd als sicher zertifizierter Staudamm eines riesigen Schlammabsetzbeckens gebrochen. Die meterhohen Schlammfluten haben über 300 Mitarbeiter*innen des Bergwerkes unter sich begraben. 272 Menschen starben.
Erze aus Brasilien und anderen Teilen der Welt sind billig - eben wegen des dort praktizierten Öko- und Sozialdumpings. 50 Prozent der bei uns verwendeten Erze kommen aus Brasilien und werden beispielsweise zu Autoblechen verarbeitet. Bisher müssen sich weder die hiesigen Stahlverarbeiter noch die Autokonzerne vor deutschen Gerichten verantworten, wenn die Sozial- und Umweltvorschriften durch die brasilianischen Bergwerke missachtet werden.
Überall auf der Welt leiden Menschen und Natur unter den deutschen Unternehmen, die soziale und ökologische Standards nicht einhalten, obwohl deren Beachtung bereits von den Unternehmensrichtlinien eingefordert werden. Das muss durch das Lieferkettengesetz anders werden! Wer Rohstoffe, Waren und Zulieferungsteile aus dem Globalen Süden bezieht, muss künftig bei seinen Lieferant*innen sicherstellen, dass Umwelt- und Sozialstandards sowie Menschenrechte verbindlich eingehalten werden. Billigimporte auf Kosten der Ökologie und der Menschen darf es nicht mehr geben – genauso wenig wie TÜV-Sicherheitszertifikate, die das Papier nicht wert sind, auf denen sie stehen.

Veranstalter*innen Aktionsbündnis Lieferkettengesetz Freiburg:

AbL Regionalgruppe Freiburg, AK Wasser im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, AMICA e.V., attac Freiburg, Bioservice Südbaden gGmbH, Bonhoeffer-Gruppe der Auferstehungsgemeinde Freiburg Littenweiler, Brasilieninitiative Freiburg e.V., Color Esperanza e.V., DGB Stadtverband Freiburg, Eine Welt Forum Freiburg e.V., Ernährungsrat Freiburg & Region e.V., Freiburger Weltläden Gerberau, Herdern und Littenweiler, Freunde der brasilianischen Landlosenbewegung MST, Gemeinwohlökonomie Freiburg,  Greenpeace Freiburg, Haus des Engagements, Informationsstelle Peru e.V., iz3w - Informationszentrum 3. Welt, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt, Lernort Kunzenhof e.V.,
Nepalaya, Netzwerk Energie-Hunger - Nein Danke, RA Naturstyle, Regenwald-Institut e.V., regioWasser e.V., Süd-Nord-Forum e.V., zündstoff. fair organic clothing