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"Klimakrise und Gesundheit" für alle, die das Leben lieben

Warum die Klimakrise ein medizinischer Notfall ist und was jetzt hilft
Zusammenfassung

Dr. Eckart von Hirschhausen richtet sich mit seiner offenen Vorlesung haupstächlich an Studiernde aller Fachrichtungen. Was haben Klimakrise und Gesundheit miteinander zu tun? Was können wir jetzt tun, um enkeltauglich weiter zu leben?

Ausführliche Beschreibung

Die offene Fachschaft Medizin lädt Studierende aller Fachschaften ein:

Der Lancet Climate Count Down ist sehr klar: Die Klimakrise ist die größte Bedrohung der globalen Gesundheit im 21. Jahrhundert. Der Weltärztebund, die internationalen Akademien der Wissenschaft, und auch der Deutsche Ärztetag 2020 sagen einhellig: Die Gesundheitsberufe bekommen heute schon und erst recht in Zukunft die Folgen der Überhitzung aufgehalst. Die medizinischen Folgen sind nicht nur die Hitzewellen, die laut aktuellen Veröffentlichungen des Robert-Koch-Instituts bereits viele Tausend Opfer in Deutschland gefordert haben. Neue Infektionskrankheiten kommen aus den Tropen zu uns, Allergien nehmen zu, und wer als älterer Patient schon chronisch mit Herz und Lunge zu tun hat, kollabiert als erstes. Auch auf die psychische Gesundheit und die kognitive Leistungsfähigkeit hat die Hitze konkrete Auswirkungen. Auf gut Deutsch: Wie soll man hunderte behandeln, wenn in vielen Krankenhäusern und erst recht in vielen Pflegeheimen keine Klimaanlagen sind? Auf viele dieser Konsequenzen ist das Gesundheitswesen noch kaum vorbereitet.
Bislang spielt der konkrete Zusammenhang von Klimakrise und Gesundheit in der politischen Diskussion kaum eine Rolle. Immer noch wird so getan, als würden Naturgesetze der Physik sich durch faule Kompromisse ändern lassen. Eckart von Hirschhausen hat es mit der Pressekonferenz der „Scientists for Future“ bis ins berühmte Rezo-Video geschafft und über die simple Tatsache aufgeklärt, dass der Mensch maximal eine Körpertemperatur von 42 Grad aushält. Mit der Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) und der Aktion #healthforfuture am 20.9.19 demonstrierten drei Generationen von ÄrztInnen am Brandenburger Tor mit und erklärten vor 270.000 Menschen ihre Solidarität mit den Protesten von Fridays for Future. Bei der Demo vor der Charité wurde ein Zeichen gesetzt zusammen mit namhaften Unterstützern. Darunter Detlev Ganten, lange Jahre Vorstand der Berliner Charité und Gründer des World Health Summit, Günther Jonitz, Chef der Berliner Ärztekammer, Sylvia Hartmann vom Bundesverband der Medizinstudierenden und Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats und Vertreter vom Marburger Bund.
Wir haben so gigantische Fortschritte gemacht in der Medizin weltweit, die Lebenserwartung ist gestiegen, viel weniger Menschen hungern, viel mehr haben Zugang zu Bildung und Wissen. Wir leben gerade so reich, so satt, so sicher wie noch nie in der Menschheitsgeschichte – und alle diese Fortschritte stehen heute auf dem Spiel. Ärzte haben die Aufgabe auf Gesundheitsgefahren hinzuweisen, Leben zu schützen und wenn es sein muss, auch schlechte Nachrichten zu überbringen.
Und die schlechte Nachricht heißt: wir müssen nicht das Klima retten, sondern uns. Die Symptome und die Diagnose sind klar, was ist jetzt die Therapie?
Die neue Disziplin „Planetary Health“ betont: „Gesunde Menschen gibt es nur auf einem gesunden Planeten.“ Und für uns Ärzte spannend: viele der anstehenden Maßnahmen haben „Co-Benefits“ für die Gesundheit: weniger Fleisch zu essen und mehr Fahrrad zu fahren ist gut für Körper und Erde gleichzeitig! Es gibt also in der Vorlesung eine Menge positiver Dinge und auch viel zu Lachen geben, eben typisch Hirschhausen. „Moonshot“ heißt das seit der Apollo-Mission, wenn man alle Kräfte mobilisiert auf ein Ziel hin. Dabei sind Pflege und Ärzteschaft wichtig– denn auf die Gesundheitsberufe wird immer noch gehört. Vor 50 Jahren landeten Menschen auf dem Mond. Was war die wichtigste Erkenntnis? Die Teflonpfanne? Nein: der Blick zurück! Seitdem wissen wir, wie schön es auf der Erde ist. Was ist jetzt zu tun, damit wir hier enkeltauglich weiterleben können und nicht zum Mond müssen?  

 

Der Eintritt beträgt 5€ für Hirschhausens Stiftung "Humor hilft heilen". Eintrittskarten können im Vorfeld am Donnerstag, den 16.02., zwischen 12 und 14 Uhr vor der Mensa Institutsviertel oder am Montag, den 19.01., zwischen 12 und 13 Uhr in der Fachschaft (Hermann-Herder-Str.9) erworben werden. 

"Humor hilft heilen" fördert das Humane in der Humanmedizin mit Clownsvisiten in Kinderkliniken, Fortbildungen für Pflegekräfte und Studien, warum Lachen tatsächlich die beste Medizin ist.

Art der Veranstaltung
Vortrag / Lesung
Freie Schlagwörter
Klimawandel offene Vorlesung
Standort
Koordinaten
hischhausen in Freiburg