Art des Artikels
Interview
Autor
Leonie

Greenpeace in Corona Zeiten

macht sich fit für neue digitale Aktionsformate
Zusammenfassung

Was machen eigentlich die Initiativen gerade in der Corona-Krise? Wir haben für euch nachgefragt. Jonas Pyschik von Greenpeace Freiburg gibt einen kurzen Eindruck.

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Freiburg, 30.März 2020

Wie ist denn gerade so die Stimmung bei euch angesichts der aktuellen Lage?

Also noch ganz gut. Wir haben Plenum über Skype gehalten. Das lief super.

Wir arbeiten gerade an neuen Aktionen, die wir in der kommenden Zeit machen können, ohne unseren Schreibtisch zu verlassen.

Ein Plan ist zum Beispiel unsere ganzen Online-Auftritte nochmal zu überarbeiten. Da ist dann jetzt mal endlich Zeit für.

Wir wollen noch mehr Inhalte produzieren extra für Social Media. Zum anderen haben wir uns auch jetzt als Gruppe vorgenommen Mundschutz zu nähen. Wir wurden auch von Greenpeace Deutschland dazu angehalten, dass wir helfen, weil wir uns sonst ja als großes Netz verstehen. Also momentan ist die Stimmung sehr locker.

Du hast schon kurz angesprochen, dass sich ein bisschen was verändert hat. Ihr haltet euer Plenum jetzt online. Was hat sich intern noch verändert und welche Aktionsformen plant ihr jetzt bzw. was habt ihr für Ideen?

Normalerweise machen wir etwa eine alle 1-2 Wochen eine Aktion, für die man sich trifft und die man in den wöchentlichen Plena vorbereitet. Sowohl die sozialen Kontakte und als auch solche Aktionen fallen jetzt komplett weg. Das muss alles auf Social Media umgestellt werden.

Wir sehen das jetzt als Möglichkeit, uns online weiter zu entwickeln.

Von Greenpeace Deutschland gibt es beispielsweise eine sogenannte Frühlingsakademie, bei der es Fortbildungen für Ehrenamtliche gibt. [Online-Seminare von Greenpeace Deutschland sind auf dem Aktivenportal Greenwire zu finden. Anm. der Redaktion]

Hast du konkret noch Aktionsformen, die ihr jetzt nutzt bzw. Ideen oder Planungen?

Wir hatten mal im Rahmen der Make Something Week eine Weihnachts-Challenge, wo wir in den vier Wochen vor Weihnachten in Social Media Themenwochen veranstaltet haben („vegan leben“, „plastikfrei“, „Selbermachen“ und „konsumkritisch“). Diese Social Media Challenges greifen wir wieder auf. Wir posten beispielsweise Rezepte für Naturkosmetik.

Die andere Idee ist ein Online-Kennenlernabend. Wir haben normalerweise jeden ersten Donnerstag im Monat einen Kennenlernabend, wo man in die Greenpeacestrukturen eingeführt wird. Sowas bieten wir jetzt digital an.

Wie geht ihr mit laufenden Kampagnen um?

Das wurde alles auf Eis gelegt. Die meisten Kampagnen laufen nicht über Greenpeace Freiburg, sondern werden von Greenpeace Deutschland koordiniert. Diese Kampagnen wurden auf einen unbestimmten Zeitraum nach hinten verschoben.

Was glaubst du, wie wird sich die Krise auf den Klima- und Umweltschutz auswirken?

Das ist eine Frage, was man daraus macht. Ich sehe da auch eine Chance drin. Man könnte zum Beispiel die ganzen Gelder, die momentan zur Verfügung stehen - Beispiel hierfür ist Südkorea - in nachhaltige und zukunftsweisende Unternehmen stecken, sodass man vor allem die fördert.

Ich sehe es nur auch als Gefahr, dass Menschen Quarantäne mit Klimaschutz gleichsetzen. Ja, es ist gerade schön, dass keine Flugzeuge am Himmel sind und dass nicht zu viele Autos fahren oder keine Schiffe mehr auf den Weltmeeren unterwegs sind, die Frage ist aber: warum ist das so?

Und was glaubst du wird in einem halben Jahr sein?

Das ist eine gute Frage. Ich bin selber ja kein Virologe, aber wenn man die Experten anhört, klingt das so als würde die ganze Situation noch länger dauern. Also ich hoffe, dass wir in einem halben Jahr wieder zu unseren alten Aktionsformen zurückfinden. Aber selbst wenn das mal nicht der Fall ist, haben wir uns als Gruppe in den Aktionsformen soweit entwickelt, dass wir trotzdem auch weiter als Gruppe Aktionen machen können.

Was braucht ihr dann jetzt und in Zukunft als GP Freiburg und wie könnte man euch unterstützen?

Immer mal neue Menschen mit neuen Ideen. Man könnte uns unterstützen, indem man ehrenamtlich für Greenpeace arbeitet und wenn man sich mit uns als Gruppe vernetzt. Bei den ganzen vernetzten Aktionen hat man nochmal viel mehr Ideen, als wenn man das nur als einzelne Gruppe macht.

Ich glaub gerade jetzt ist es wichtig, vernetzt zu sein und zu zusammen zu überlegen, welche Aktionen und Aktionsformen man so machen kann.

 

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Foto: Greenpeace Freiburg

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