Hanns Kayer auf der Flucht

Zusammenfassung

Seid gespannt auf "die wahre Lügengeschickte": Agatha Dietzschin lebte im 16. Jh. als „Hanns Kayser“, um der Armut zu entgehen. Durch Liebe und Heirat mit Anna Reulin scheint die Tarnung sicher – doch 1648 fliegt Hanns auf. Zur Strafe steht er drei Tage auf Freiburger Münsterplatz am Pranger.

Themen
Kunst & Kultur
Art der Veranstaltung
Konzert / Theater
Anna Reulin und Hanns Kayser stehen rechts und links von einem Dachbalken vor der historischen Wandkulisse des Peterhofkellers und schauen verliebt.
Ausführliche Beschreibung

Anlässlich des 35. Jubiläums der Freiburger Lesbenfilmtage.

Im 16. Jahrhundert entschließt sich Agatha Dietzschin als Mann zu leben. Eine gängige Form für Frauen dieser Zeit, um ein autonomes Leben zu führen und der Armut zu entkommen. Dabei ist die Gefahr der Enttarnung groß und die Strafen für dieses „Vergehen“ sind drakonisch. Agatha nimmt den Namen Hanns Kayser an und zieht als Wanderarbeiter durchs Freiburger Umland. Durch die Liebesgeschichte mit der Bauerntochter Anna Reulin wird das Leben sicherer und durch die daraus entstandene Hochzeit scheint die Tarnung perfekt…

Den Stoff – spannend wie ein Krimi – rekonstruiert das Theaterkollektiv RaumZeit nach der Vorlage von Originaldokumenten aus den Gerichtsakten von 1548 des Freiburger Stadtarchivs in Kooperation mit der Feministischen Geschichtswerkstatt. Dabei wurde das Thema für die Bühne dramatisiert und mit unserem heutigen Verständnis von Identitäten in den Blick genommen.
„Ist nicht jeder Mensch wie ein Grashalm auf eigenem Stiel? Alle grün auf den ersten Blick. Aber wenn du am Rand der Wiese sitzt merkst du: Alle sind verschieden und keiner fragt: ’Bist du arm oder reich? Bist du frau oder man?’ Ich bin Hans Kayser. Grün wie ein Grashalm.“

Das Stück wurde kollektiv geschrieben von Jenny Warnecke, Lena Drieschner und Nic* Reitzenstein nach den Quellen der Criminalia von 1548 aus dem Stadtarchiv Freiburg. Unter Mitarbeit von Birgit Heidtke (Feministische Geschichtswerkstatt).

Eine Produktion des Theaterkollektiv RaumZeit
Schauspiel: Nic* Reitzenstein und Lena Drieschner
Regie: Nic* Reitzenstein und Lena Drieschner
Text: Lena Drieschner, Jenny Warnecke und Nic* Reitzenstein
Projektleitung & Technik: Jenny Warnecke
Bordhistorikerin: Birgit Heidtke

Stückdauer: 40 Minuten

Nachgespräch mit Birgit Heidtke & dem Theaterkollektiv RaumZeit. Moderation: Lina Wiemer-Cialowicz