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Initiativen im Porträt
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Autor
merlin

Von Divestment bis Permakultur - Für alle was dabei

StadtWandler trifft Hochschultage für Nachhaltigkeit
Zusammenfassung

Warum die Hochschultage nicht nur interessant für Studis sind, wie man eine so breite Veranstaltungsreihe auf die Beine stellt und was die Uni noch zum Thema Nachhaltigkeit tun könnte, verraten Annika Reulein und Philipp George aus dem Orgateam der Hochschultage für Nachhaltigkeit.

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Alle Veranstaltungen der Hochschultage für Nachhaltigkeit findet ihr in unserem Kalender.

 

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Transkript des Videos

 

Leonie: Wart ihr vorher schon einmal im Orgateam dabei?

Annika: Ich bin das erste mal dabei.

Philipp: Ich auch. Die beiden Organisationen, bei denen ich aktiv sind, waren da noch nicht bei den Hochschultagen vertreten.

 

Von welchen Organisationen kommt ihr?

Philipp: Students for Future und Foundersclub. Students for Future sind eine Abteilung der Fridays for Future und bestehen aus Studierenden. Der Foundersclub ist Hochschulgruppe für Sustainable und Social Entrepreneurship, die es inzwischen seit vier Jahren in Freiburg gibt.

Annika: Ich bin von Weitblick Freiburg. Weitblick gibt es in ganz Deutschland. Wir setzen uns für einen gerechteren Zugang zu Bildung ein. Es gibt bei uns verschiedene Arbeitskreise und ich bin AK Nachhaltigkeit.

 

Wie seid ihr bei den Hochschultagen für Nachhaltigkeit gelandet?

Annika: Weitblick war auch schon die letzten Jahre bei der Planung dabei. Dadurch habe ich das erfahren. Es ist Tradition geworden, dass der AK Nachhaltigkeit da mit macht.

Philipp: Students for Future hat vom Nachhaltigkeitsbüro eine Einladung bekommen, sich an der Orga der Hochschultage zu beteiligen. Ich bin direkt zum Kickoff-treffen gegangen. Insgesamt sind acht Organisationen beteiligt. Das ist ein schönes und großes Konsortium.

 

Was wollt ihr erreichen? Was ist eure Ziel?

Annika:

Im Zentrum steht alles rund um Nachhaltigkeit, Klima und Umwelt. Wir wollen ein möglichst großes Publikum erreichen.

Dadurch dass die Veranstaltungen dieses Jahr online stattfinden, versuchen wir auch, Menschen aus anderen Städten zu erreichen. Es geht im Grunde darum, über Nachhaltige Entwicklung und verschiedene Themen zu informieren.

 

Es gibt viele verschiedene Themen. Philipp, hast du etwas auf das du dich besonders freust?

Philipp: Das ist schwierig. Jede Gruppe hat ihren eigenen Schwerpunkt mit eingebaut. Das hat dazu geführt, dass wir 15 Programmpunkte haben, die verschiedene Themen anschneiden. Dieses Jahr ist das Spannende, dass die Palette so breit ist und für jeden etwas dabei ist.

 

Wen wollt ihr mit den Veranstaltungen erreichen?

Annika: Wir versuchen viele anzusprechen. Prinzipiell wollen wir unterschiedliche Leute unterschiedlichen Alters ansprechen.

Philipp: Wir machen da einen Spagat. Dadurch dass viele Studis hinter der Orga sind, ist es authentisch wenn wir sagen: das sind die Hochschultage für Nachhaltigkeit.

Aber es ist uns ein Anliegen, dass niemand ausgeschlossen wird. Der Begriff soll nicht nur Studierende ansprechen.

Mit der Veranstaltung Jung, wild und grün sprechen wir zum Beispiel eine jüngere Zielgruppe an. Dort stellen wir jüngere Menschen vor, die in der Klimabewegung etwas erreicht haben. Das soll ein als Anregung an die Junge Generation dienen: Wir sind nicht ohnmächtig, wir können was tun.

 

Was waren die Herausforderung bei der Planung eines so großen Events?

Annika: Für mich war es ganz neu, so was Großes zu organisieren. Es treten mal Probleme auf, zum Beispiel mit der Werbung, oder damit genug Leute zu erreichen. Am Anfang haben wir viele Orgas angeschrieben, aber dann waren nicht alle bei den Treffen anwesend. Mittlerweile hat sich ein Kern herausgebildet.

Es macht sehr viel Spaß. Und wenn man dann mal vor Herausforderungen steht, dann lernt man was.

 

Wie gelingt es, so viele Initiativen unter einen Hut zu bringen? Was braucht es dazu, am Ende so ein buntes und vielfältiges Programm auf die Beine zu stellen?

Philipp:

Es braucht das übergeordnete Ziel. Es war im Endeffekt recht einfach, weil sich alle für das Thema begeistern können. Wir investieren da unsere Freizeit und das klappt nur, wenn die Leute das als Hobby ansehen.

Dadurch dass wir recht früh mit der Planung begonnen haben, hatten wir auch schon am Anfang Präsenztermine, zu denen wir uns live getroffen haben und uns kennen lernen konnten. Das war, glaube ich, sehr wichtig war. Ab dann mussten wir alles digital machen und haben uns wöchentlich digital getroffen.

 

Gibt es einzelne Leute, die die Koordination übernehmen und den Prozess auf einer Meta-Ebene voran bringen oder Sachen bündeln?

Annika: Am Anfang war die Idee, dass wir die Rollen aufteilen: Es gibt Leute, die machen Finanzierung, und andere, die machen Öffentlichkeitsarbeit. Am Ende sind diese Rollen dann etwas verschwommen. Von daher kann man das gar nicht mehr so genau sagen, wer was macht.

 

Inwieweit hängt das ganze mit der Uni zusammen? Unterstützen euch die Uni?

Philipp: Es wird einen Programmpunkt zu Dienstreisen geben. Der wird von der Stabstelle für Umweltschutz durchgeführt. Diese Institution hat auch einen Teil der Kosten übernommen. Sonst unterstützt uns die Uni mit Öffentlichkeitsarbeit. Ich war gestern bei dem Referat für Öffentlichkeitsarbeit und da wurde ein Interview aufgenommen.

 

Was macht die Uni eigentlich zum Thema Nachhaltigkeit? Was wünscht ihr euch, das von der Uni noch weiter vorangetrieben wird?

Annika: Ich denke generell gibt es Bestrebungen. In machen Bereichen ist trotzdem noch Luft nach oben. Gerade beim Thema Dienstreisen. Da ist bei vielen noch nicht das Bewusstsein da, wie man zum Beispiel Dienstreisen nachhaltiger gestalten kann.

Philipp:

Mir ist wichtig, dass sich die Uni als öffentliche Einrichtung bewusst ist, dass es CO2-Emissionen gibt, die man nicht vermeiden kann, weil sie durch den Universitätsbetrieb anfallen. Ich wünsche mir, dass man die kompensiert, denn das findet noch nicht statt.

Beim Studierendenwerk Freiburg kann man noch bemängeln, dass die Mülltrennung nicht nach unseren Standards durchgesetzt. Der ganze Biomüll wird im Restmüll entsorgt, was total schade ist, weil er entweder wichtig für die Landwirtschaft oder für die Energiegewinnung.

 

Was braucht‘s damit die Hochschultage für Nachhaltigkeit nächstes Jahr wieder stattfinden?

Annika: Es braucht engagierte Leute, die sich dafür begeistern. Und ein cooles Programm auf die Beine stellen.

Philipp: Wir haben am Mittwoch auch das Vernetzungstreffen, für das wir alle Initiativen aus Freiburg einladen. Unter anderem sprechen wir da auch über die Ersti-Akademie Zukunftsfähig, die im Oktober stattfindet. Das ist die erste interdisziplinäre Orientierungswoche, die sich komplett dem Thema Nachhaltigkeit widmet, ist für alle Fachbereiche offen und findet zum ersten mal in Freiburg statt. Da haben wir vor mehr zu integrieren. Wir wollen im Oktober schon die Studierenden ansprechen und Fragen ob sie Lust habe ihre Ideen und Fähigkeiten für die Hochschultage im nächsten Jahr einzubringen.

 

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